Zoomfaktor? Vergrösserung? Brennweite? Cropfaktor?

 

Zoom bei Digitalkameras

 

Die Angaben der Hersteller zum Zoom bei Digitalkameras können verwirrend sein und sagen oft nichts wirklich Brauchbares über die Objektive aus.

 

Kompakt- und Bridgekameras verfügen in der Regel über ein fest eingebautes Objektiv, was nicht austauschbar ist. Digitale Spiegelreflexkameras (DSLR) und einige spiegellose Systemkameras werden dagegen mit Wechselobjektiven ausgestattet.

 

Zoomobjektive haben den Vorteil, über einen mehr oder weniger breiten Brennweitenbereich zu verfügen. Dabei gibt es Objektive, die vom Weitwinkel bis hin zu einer relativ grossen Telebrennweite zoomen.

 

Bei Wechselobjektiven für digitale Spiegelreflexkameras wird normaler Weise der Brennweitenbereich angegeben. Kompakt- und Bridgekameras werden dagegen meist mit Angaben zum optischen und/oder digitalen Zoom beworben.

 

Der Zoomfaktor eines Objektives beschreibt das Verhältnis von der kleinsten einstellbaren Brennweite zur grössten einstellbaren Brennweite.

 

Ein Telezoomobjektiv mit einem Brennweitenbereich von 70 - 210 mm verfügt über einen 3 fach optischen Zoom, genauso wie ein Objektiv mit einem Brennweitenbereich von 18 - 55 mm. Im Vergleich dazu weist ein Telezoomobjektiv mit einem Brennweitenbereich von 150 - 600 mm „nur“ einen 4-fachen Zoom aus.

 

Diese Angabe sagt jedoch nichts über den Vergösserungsfaktor des Objektives aus.

 

Die Vergrösserung, die ein Objektiv bietet, beschreibt das Verhältnis der Brennweite des Objektivs zur Diagonale des verwendeten Chips in der Kamera. Zur Vereinfachung beziehen sich Angaben zur Vergrösserung in der Regel auf die Bilddiagonale eines Chips einer sogenannten Vollformatkamera. Ein Vollformatchip hat eine Grösse von 24 x 36 mm und eine Diagonale von 43 mm.

 

Das oben im Beispiel genannte Zoomobjektiv mit Brennweite 70 - 210 mm verfügt demnach über eine Vergrösserung von 1,6 bis ca. 4,9. Das 18 - 55 mm Objektiv verkleinert dagegen und hat eine max. Vergrösserung von ca. 1,3. Und obwohl das 150 - 600 mm Objektiv nur einen 4 fachen Zoom hat, verfügt es über eine Vergösserung von max. 13,95.

 

Bis jetzt einleuchtend? Dann setzen wir jetzt noch Einen drauf:

 

Sehr oft ist der Chip kleiner als Vollformat, vor allem bei Kompaktkameras. Es gibt jedoch auch viele DSLR, die kleinere Chips eingebaut haben. Hier gibt der Formatfaktor (Cropfaktor) an um wie viel kleiner die Chipdiagonale ist.

 

Chips im DX-Fomat von Nikon oder APS-C bei Sony haben einen Formatfaktor (Crop-Faktor) 1,5. Die Chipdiagonale dieser Kamera beträgt also (43 mm / 1,5) ≈ 29 mm. APS-C Kameras von Canon haben einen Faktor 1,6.

 

Die Vergrösserung eines Objektives an einer Crop-Kamera berechnet sich demnach wie folgt:

 

Vergrößerung = Brennweite x Formatfaktor / 43 mm

 

Um bei unseren Beispielen zu bleiben:

 

210mm Brennweite am 1,5 fachen Crop ergibt eine Vergrösserung von ca. 7,36, bei 1,6 fachen Crop schon 7,81

 

Nehmen wir noch das Objektiv mit max. 600mm Brennweite zum Vergleich, dann ergeben sich Vergrösserungsfaktoren von 20,93 bzw. 22,32.

 

Solch hohe Vergrösserungen bei grossen Brennweiten an Cropkameras sind vielfach der Grund, warum Fotografen solche Kameras gerne bei Natur- und Wildtierfotografie einsetzen.

 

In der Hoffnung, jetzt nicht alle vollständig verwirrt zu haben wünsche ich weiterhin viel Spass bei der Fotografie.